Campingplatz auf der Isle of Skye

Reisen mit Daltus

Zuvor erwähnte ich ja schon mal, dass ich mich etwas unbehaglich fühlte, als es darum ging alleine zu reisen. Deshalb musste ich irgendeine Möglichkeit finden, wie ich trotzdem ohne ungutes Gefühl und ohne Begleitung die große weite Welt entdecken kann. Ich hatte keine Lust mehr, nur weil ich keinen Freund hatte und meine Freunde alle nicht konnten oder wollten, meine Urlaube ständig zu Hause zu verbringen. Campingplatz auf der Isle of SkyeIn einer Unterhaltung mit einem damaligen Arbeitskollegen zu diesem Thema, brachte er mich auf ein Unternehmen, welches Dachzeltbusreisen anbot. Für mich war das ganz neu und hatte noch nie zuvor davon gehört. Aber die Idee gefiel mir und ich recherchierte im Internet. Schon die ertse Seite der Hompage von „Daltus“ fand ich gut konnte mir vorstellen sowas mal auszuprobieren. Ich wählte ein Reiseziel und habe gebucht. Zwei mal war ich bis jetzt mit DAchzeLTbUS (aus dem ergibt sich die Abkürzung Daltus) unterwegs, 2011 in Norwegen und ein Jahr später in Schottland. Ich verzichte darauf einen kompletten Reisebericht zu schreiben, sondern will Euch nur eine Möglichkeit aufzeigen, wie man alleine reist ohne alleine zu sein! Und mit Daltus wird es noch ein wenig außergewöhnlicher als mit mit anderen Anbietern von Gruppenreisen.

Das Gefährt

Der Dachzeltbus ist ein alter LKW der zu einem Bus umgebaut wurde, aber eher aussieht wie ein Gefangenentransporter. Und das merkt man auch, überall wo man mit diesem Gefährt auftaucht, wird man mit großen Augen bestaunt und es werden sogar ganz schnell Kamaras gezückt und Fotos geschossen.

Daltus

Man fühlt sich wie ein Promi oder kann jetzt verstehen wie sich die Tiere im Zoo fühlen müssen. Auf dem Dach des Busses befinden sich die Zelte, die bei Zielerreichung aufgebaut werden.

Fahrer Frank beim AufbauFahrer Frank beim Aufbau

Dafür wird am Anfang ein Team zusammengestellt. Schwindelfreiheit ist von Vorteil, weil man oben auf dem Dach rumturnt und auch schonmal nah an den Rand kommen kann. Der Bus bietet Platz für 24 Personen, wenn eine Tour ausgebucht ist kann es daher ganz schön eng werden.
Rechts und links sind kleine Gepäckklappen, alle Arten von Koffern sind dafür sehr ungeeignet, Reisetaschen oder Rucksäcke eignen sich besser. Jederzeit hat man Zugriff auf seine Sachen (natürlich nur wenn der Bus hält!). An Bord waren außerdem mehrere Bierzeltgarnituren, es ist alles etwas spartanisch, aber es reicht! Wer es ein bisschen „back to the roots“ mag, kommt auf seine Kosten!

Wie sieht es mit dem schlafen aus?

Auf jeder Seite des Daches befinden sich sechs 2- Personenzelte, d.h. reist man alleine und die Tour ist ausgebucht, teilt man sich das Zelt mit einer fremden Person. Also Platzangst darf man keine haben, die Zelte sind sehr klein (1,20m pro Zelt!) und man kommt sich, ob man will oder nicht, sehr nah. Aber das muss man bei so einer Reise vertragen können. In der Mitte der Zeltreihen ist eine kleine Rinne zum laufen, wo auch die Schuhe ihren Platz für die Nacht finden. DaltusSollte es regnen wird eine zusätliche Plane über die Zelte gespannt, die auch gleichzeitig mit ihrem Überhang als Unterstand dient. Die Zelte erreicht man über eine stinknormale Leiter, die aber die ganze Zeit gesichert ist und ein wegrutschen dadurch verhindert. Am nächsten Morgen wird dann alles wieder abgebaut und man erkennt gar nicht, dass unter der Plane Zelte sein sollen.

DaltusWas ist mit der Versorgung?

Man zahlt zu Beginn der Reise einen gewissen Betrag in die Gemeinschaftskasse ein, die der Fahrer und gleichzeitig Reiseleiter verwaltet. Von dem Geld geht der Fahrer, während wir auf Entdeckungstour sind oder manchmal auch mit den Reisenden zusammen, einkaufen. Dabei wird morgens schon beschlossen was Abends gekocht wird. Für das Frühstück gibt es Brot und Lebensmittel die lange halten und nicht unbedingt gekühlt werden müssen. Im Bus ist nur ein kleiner Kühlschrank und somit hat man keinen Platz für Unmengen gekühlter Lebensmittel. Mittags waren wir meistens unterwegs, da wurde nur ein Tisch von einer Bierzeltgarnitur rausgezogen, schnell die Lebensmittel drauf und man machte sich ein paar Brote auf die Hand. Richtiges Essen gab es erst abends. Gekocht wurde auf einem großen Gasofen. Wer für´s Kochen zuständig war, stand immer schnell fest, nämlich die die nicht am Zeltaufbau beteiligt waren. Arbeitsteilung! Dann wurde zusammen geschnibbelt, ein paar Geschichten ausgetauscht und man lernte sich schnell besser kennen.

Die Tour

Am Tag wo es los geht trifft man sich morgens am vereinbartem Treffpunkt, steht schon bei Buchung fest wo er sein wird. Das Gepäck wird verstaut, man stellt sich bei Mitreisenden, die schon vor Ort sind,vor und sucht sich einen Platz im Bus. Wenn dann alle da sind geht es endlich los. DaltusDer Verlauf der Reise ist natürlich schon geplant, aber trotzdem ist man flexibel, vor allem wenn sich die Gruppe einig ist, kann man schonmal einen Abstecher machen. Ich muss zugeben, dass ich es mir ein wenig anders vorgestellt habe. Ich dachte wir wären mehr zu Fuss unterwegs, aber dem war nicht so. Wir verbrachten jeden Tag eine recht lange Zeit in dem Bus, ist ja auch irgendwie klar, wir mussten ja weite Strecken zurücklegen. Ich fang am bestem mal mit einem typischen Tagesablauf bei Daltus an. Morgens, schon recht früh (7/halb 8) wurde man geweckt, meistens passierte das automatisch, weil man in den Zelten natürlich alles hört und es im Endeffekt wie ein großer Raum ist wo viele Menschen schlafen. Also ist einer wach, sind alle wach! Einige waren schon damit beschäftigt das Frühstück zu machen oder waren schon beim frühstücken. Die letzten mussten sich dann allerdings beeilen, weil es zwischen 09:00 Uhr und 10:00 Uhr immer los ging und man musste ja schließlich noch spülen und die Zelte abbauen. War dies alles geschehen, ging´s wieder auf die Piste. In der Regel war es so, dass wir irgendwohin gefahren sind, da  rausgeschmisssen wurden, um zu wandern oder irgendetwas zu besichtigen  (lt. Reiseverlauf).WHW Das organisiert übrigens alles der Fahrer bzw. Reiseleiter (z.B. Eintrittskarten) und ist im Betrag für die Gemeinschaftskasse enthalten.Meistens findet man ein kleines Trüppchen mit dem man losziehen kann, aber wenn man mag natürlich auch alleine.Dann hat man 2-3 Std. Zeit und trifft sich dann am vereinbarten Treffpunkt. Dann heißt es wieder „on the road again“ und steuert gegen Abend einen Campingplatz an. Erstmal wurden die Zelte aufgebaut, gekocht und wer will konnte sich auch noch was frisch machen. Die Abende stehen einem zur freien Verfügung, wobei meistens alle den Abend zusammen verbracht haben. Eine Gitarre war mit an Bord (in der Standardausrüstung des Busses vorhanden), dann hat einer Gitarre gespielt, der ein oder andere hat mitgesungen, Spiele wurden gespielt und manche sind in naheliegende Kneipen gegangen um noch einen Absacker zu trinken. Also man ist nie alleine, es sei denn man möchte es! Und so gegen 23:00 Uhr sind dann alle, erschöpft vom Tag, in ihre Zelte verschwunden. Es werden normalerweise öffentliche Campingplätze angefahren, in Norwegen durften wir gar nicht frei stehen (also sowas wie wild campen) und in Schottland haben wir 2 freistehende Abende mit Lagerfeuer und Stockbrot verbracht.Stockbrot backen Das war ganz nett, aber es wimmelte von Midges (kleine stechende Insekten) und es wurde teilweise zu einem Kampf! Es gibt auch Tage, die einem komplett zu freien Verfügung stehen, dass passiert dann an Standtagen. Standtag bedeutet, dass der Bus für einen kompletten Tag an einem Ort stehen bleibt (auch wegen der Lenkzeiten) und wir den ganzen Tag zur freien Verfügung hatten. Manchmal hatten wir auch mehrere Progrmmpunkte auf unserer Liste, z. B. eine Wanderung und eine Besichtigung. Man konnte alles mitmachen, es war aber auch ok wenn man wahlweise was anderes machen wollte. Daltus bietet übrigens auch Reisen außerhalb Europas an.

Mein Fazit

Für Leute, die gerne Gesellschaft haben und denen alleiniges reisen schwer fällt, scheint diese Art von Reisen genau das Richtige zu sein. Man sollte bedenken, dass man mit vielen fremden Menschen für zwei bis drei Wochen auf engstem Raum zusammen ist. DaltusFür mich, die keine großen Gruppen mag und auch gerne mal ihre Ruhe hat, war das anfangs gar nicht so einfach, da ich ja auch immer schnell genervt bin! :-D Allerdings je größer die Gruppe ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass mehr Leute dabei sind, mit denen man sich versteht. Klar muss auch sein, dass immer Leute dabei sind die man sch**** findet! ;-)
Bei einer Reise in kühlere und regnerische Regionen kann die Reise auch sehr herausfordernd sein, die Laune sinkt, man kann seine Sachen nicht richtig trocknen, überall ist es feucht und man ist die ganze Zeit draußen! Mir persönlich war, vor allem bei der ersten Reise mit Daltus, alles etwas zu hektisch. Wenn man mal etwas länger geschlafen hat, hatte man nicht mehr viel Ruhe zum frühstücken, einige waren schon am aufräumen. Aber so war es halt. Wer in kurzer Zeit viel von einem Land sehen will, dem wird es wahrscheinlich gefallen. Jedoch sitzt man die meiste Zeit im Bus, macht aber an schönen Stellen Photostopps und jeden Tag (bis auf ein- zweimal) steht eine Wanderung und/oder fakultative Ausflüge auf dem Programm. Daltus

Erstaunlich fand ich, wie schnell man sich mit wildfremden Menschen vertraut fühlt. Am ersten Tag beschnuppert man sich erstmal und am zweiten Tag ist schon alles viel lockerer. Zum Schluss der Reise meint man sogar, dass man sich schon ewig kennt. Passiert wahrscheinlich aufgrund der Tatsache, dass man Tag und Nacht zusammen ist. Hin und wieder gab es aber auch kleine Streitereien untereinander.

Das Preis- Leistungsverhältnis ist im Gegensatz zu anderen Anbietern fair. Die Sache mit der Gemeinschaftskasse, finde ich, eine gute Idee. Es sind Verpflegung und Eintritte inbegriffen, somit ist es nicht zwingend erforderlich sich unterwgs etwas zu essen zu kaufen. Getränke waren zu den Mahlzeiten sogar auch dabei!

Zweimal habe ich es jetzt gemacht, muss aber auch sagen, dass es mir reicht! Ich habe meine Angst, alleine zu reisen überwunden und finde es in einer großen Gruppe recht nervig. Ich kann mir nichts schöneres mehr vorstellen, als ein Land auf eigene Faust und überwiegend zu Fuss zu erkunden. Ich möchte selber bestimmen, was ich mache! Wenn ich einen Tag nichts machen will, dann mache ich auch nichts, bei einer Gruppenreise geht das natürlich nicht, weil man ja für das Programm zahlt.Schottland 2012 mit Daltus 132 Die Reiseleiter waren zu jeder Zeit freundlich und hilfsbereit und standen den Reisenden immer mit Rat und Tat zur Seite. Allerdings scheint es, in letzter Zeit recht ruhig um Daltus geworden zu sein, die Homepage ist nicht mehr auf dem neusten Stand , die Reisen können nicht mehr angeklickt werden, was aber auch daran liegen kann, dass diese schon ausgebucht sind. Warten wir mal nächstes Jahr ab! Ich hoffe ich konnte Euch diese Form des Reisens ein wenig näher bringen und bin gespannt, ob ihr auch Erfahrungen mit Gruppenreisen gemacht habt! Lasst doch mal was von Euch hören!

4 Gedanken zu „Reisen mit Daltus“

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