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Vorbereitung auf das große Ziel – #01 Alpentraining

Die Vorbereitung laufen auf Hochtouren für das große Ziel

Schon lange daraufhin gefiebert, fand im August endlich das Alpentraining für unsere Reise in den Himalya statt. Mit dabei waren Sandra und natürlich Olaf, ohne den das alles ja gar nicht stattfinden würde. Ausgangspunkt unseres Alpentrainings war das Taschachhaus in Österreich, von dem waren es nur noch 45 Minuten zum Tachachferner. vlcsnap-2016-10-29-13h17m38s974Auf dem Programm standen Knotenkunde, Umgang mit Steigeisen und Pickel, Spaltenbergung, Fixpunkte bauen, Gehen am Fixseil und Eisklettern. Das war für mich das erste mal, dass ich mich auf einem Gletscher befand und das war schon beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt, dass er ja eigentlich, irgendwie lebt. Ständig ist er in Bewegung und einmal standen wir da und wir hörten das Wasser unter uns rauschen. Dann kommen natürlich noch die von mir sehr gefürchteten Gletscherspalten und meine komischen Gedanken, wie ich mir vorstelle, ganz alleine in so einer Spalte zu sein, Gott weiß wie tief, es ist dunkel, kalt und man hört das Wasser….ich möchte das gar nicht denken, aber die Gedanken drängen sich auf und kommen immer wieder…vlcsnap-2016-10-29-13h19m36s883Das erste mal Steigeisen an die Schuhe geschnallt, das Gehen damit sah bei Olaf gar nicht so schwierig aus… ist es eigentlich auch nicht, aber nachdem ich die ersten Schritte gegangen bin…schwupps…irgendwie mit den Zacken in meiner Hose verhakt und gestolpert. Neue Hose im Arsch! ;-) Alle Leute die mich kennen, wissen, dass ich ein Problem mit dem ganz normalen Gehen habe. Mal stolper ich über Wurzeln, Steine oder was da gerade so rum liegt, dann komm ich mal ins Straucheln oder flieg einfach über meine eigenen Füße. Olaf weiß das jetzt auch und ich glaube, dass es ihn schon gelegentlich ein paar Nerven geraubt hat. ;-) Dazu muss man noch sagen, dass meine Schuhe neu waren und ich sie draußen noch nie an hatte. Die Schuhe sind so klobig und haben so viel Sohle und dann noch die Steigeisen unten drunter, da muss man ja auch die Füße noch viel höher heben! Das nur mal so zu meiner Verteidigung! :-P

vlcsnap-2016-10-29-13h32m48s225Am ersten Tag sollte es auf den hinteren Brunnenkogel gehen, leider nicht ganz geschafft. Sandra fühlte sich nicht so gut, also sind wir umgedreht. Das Wetter war noch super, obwohl es am Morgen noch etwas verhangen war und sogar ein wenig geschneit hatte. Am zweiten Tag war sehr diesig und verregnet. Aber wat soll´s, angezogen und raus ging´s auf den Gletscher. Wir haben an dem Tag Fixpunkte gebaut, was gar nicht so einfach war. Sind berghoch und bergrunter mit Steigeisen gelaufen. Und jetzt ratet, wie bei mir das bergrunter gehen aussah??? Richtig! Ganz viel Potential nach oben! Uaaahh, vorsichtig…stolper, stolper…ah, wieder gefangen…ohhh oder doch nicht??? Nee, alles gut gegangen! Ich weiß halt jetzt woran ich noch arbeiten muss! Dann sind wir was im steilen Eis geklettert, was auch sehr viel Spaß gemacht hat. vlcsnap-2016-10-22-18h08m05s380Und da muss ich sagen, dass mir das Klettern in der Halle schon viel gebracht hat. Vor allem beim Abseilen, wo ich im Mai noch im Fels hing und mich krampfhaft ans Seil geklammert habe und mich nicht getraut habe abzuseilen, bin ich jetzt einfach rückwärts über die Kante und runter ging´s! Ein kleiner persönlicher Erfolg! :-) vlcsnap-2016-10-29-13h25m45s291Bei der Spaltenbergung traute sich von uns natürlich keiner „Opfer“ zu sein, also musste Sandra´s Rucksack herhalten, der dann in die Spalte hinabgelassen wurde um später gerettet zu werden. Er hat es überlebt, samt Inhalt! Aber auch da heißt es nochmal Theorie anschauen und Knoten üben!
Gegen Abend ging´s dann hungrig zurück zum Taschachhaus.vlcsnap-2016-10-29-13h23m25s319Der letzte Tag war für mich ein ganz besonderer! Schon lange wollte ich auf die Wildspitze und jetzt war es endlich soweit. Olaf ging mit mir alleine, Sandra hatte sich entschlossen schon am Samstag ins Tal abzusteigen und nach Hause zu fahren. Ein großes Dankeschön an Sandra, dass sie uns hat gehen lassen und besonders an Olaf, der wagemutig mit mir alleine losgezogen ist! Das sage ich nicht einfach so, denn wer war wohl der, der vorgeht? Richtig…Olaf…Wer ist normalerweise der, der zuerst in´ne Spalte fällt? Richtig, der der vorgeht, also Olaf! Ich glaub schon, dass er sieht wo Spalten sind und wo die Gefahr von Spalten sehr groß ist, aber man weiß ja nie. Auf jeden Fall, so finde ich, sehr mutig! Ich möchte damit auf gar keinen Fall seine Kompetenz in Frage stellen!!!

vlcsnap-2016-10-29-13h30m46s064Um 06:30 Uhr sind wir los, anfangs den gleichen Weg wie auf den hinteren Brunnenkogel. Wieder über so´ne blöde Spalte, wo nur ein Steg rüber führte auf dem nur ein Fuß Platz hatte. Olaf half mir rüber, also doch nicht so das Problem, wenn ich eine Hand kriege, kann ich fast alles! Je höher wir kamen, desto höher wurde der Schnee durch den wir stapften. Und nicht anders zu erwarten, begann ich zu fluchen. Das mach ich ja immer, aber für Olaf war das neu. Er konnte es nicht ganz verstehen, da die Bedingungen eigentlich optimal waren. In der Nacht hatte es aufgehört zu regnen, wurde nochmal richtig kalt und am nächsten Morgen, strahlend schönes Wetter und der Untergrund war in der Früh noch gefroren. Aber schimpfen, in manchen Situationen, erleichtert mich und gibt mir nochmal einen kleinen Schub. Auf dem Hinweg war ich noch ganz gut konzentriert. Die ein oder andere Spalte jedoch flößte mir schon ein bisschen Angst ein. Selbst ein kleiner Schritt wird zu einem großen, wenn man weiß, dass unter einem ein großes, schwarzes, bodenloses Loch klafft! Jetzt wurde auch Olaf scheinbar etwas unruhig, ihn schien mein Gezeter zu nerven. Aber mir war es egal, er hat es ja schließlich schon öfter gemacht. Und mich beruhigt es wenn ich mit mir selber rede! Am Ende standen wir dann vor dem Gipfel. Nicht mehr weit, jetzt mit Steigeisen nur noch leichte Felskletterei überwinden. So richtige Kletterei war es eigentlich auch nicht. Es ging zwar steil bergauf, aber durch die Felsen führte wie eine Art kleiner, schmaler Pfad, wo man ab und zu auch mal den Fels anfassen musste. Bevor wir hoch sind, zweifelte ich wieder mal an mir selbst, weil ich wusste, dass ich da ja auch irgendwie wieder runter muss. Mit den Worten „ich weiß nicht, ob ich das kann“, bin ich vorsichtig losmarschiert. Und…oben angekommen!

Irgendwie ganz schön fertig...Irgendwie ganz schön fertig…
vlcsnap-2016-10-29-13h14m54s285Blick von der Wildspitze

Ich war froh, es geschafft zu haben, aber freuen konnte ich mich noch nicht. Die Aussicht war toll und als ich da saß und mein Brot aß, gesellte sich ein kleiner Vogel dazu, dem ich etwas von meinem Brot abgab. Schnell noch ein Gipfelselfie und wir machten uns an den Abstieg. Ich war froh nicht den gleichen Weg wieder zurückzugehen, wir entschieden uns die Wildspitze zu überschreiten. Jetzt musste ich besonders auf meine Füsse acht geben, bloß nicht stolpern! Ich schaute immer wieder links den Hang hinunter und da ging es sehr steil und sehr lang hinunter. Hier würde ich bestimmt nicht liegen bleiben, wenn ich stolper und ins rutschen käme, dann würde ich bis ganz unten rutschen. Ansich bin ich ja schon eher selbstbewusst, aber was sowas angeht, habe ich leider wenig Selbstvertrauen. Langsam wurde ich unkonzentrierter und das große Stolpern begann. Ich kam nicht mehr hinterher, die Füße schmerzten, immer wieder mit den Eisen in meiner Hose hängen geblieben, mich hat das selber genervt. Ich wurde zunehmend nörgliger, aber Olaf mittlerweile auch. Also zickten wir uns gegenseitig an. Er konnte es nicht verstehen, wieso ich ständig über meine Füsse falle und dabei Geräusche mache, weil so dachte er immer es wäre was. Ich kann nun mal nicht lautlos stolpern. Vor Spalten sollte ich nicht immer „Oh Gott“ sagen, es wär ja einfach nur ein kleiner Schritt. Recht hat er…trotzdem gruselig und wie oben beschrieben! Die letzten paar Meter über den Gletscher hatte ich so einen Durst und überall läuft Wasser, das war echt gemein und irgendwie Folter! Aber ich wollte Olaf jetzt nicht auch noch damit nerven! ;-) Wieder “festen” Boden unter den Füßen ging er vor, um uns einen Sonnenplatz freizuhalten. Nach insgesamt 10 Std. trudelete ich dann auch endlich mal im Taschachhaus ein. Erstmal in unser Lager, bequeme Klamotten anziehen und vor allem Schuhe, dann wieder runter wo schon ein leckeres, kaltes Weizen für mich bestellt war! Und alle Qualen und Zickereien waren vergessen!

Tja Olaf, man hat es nicht leicht wenn man mit mir unterwegs ist! ;-)

Ich hatte einen Tag später im ganzen Körper Muskelkater. Wahrscheinlich vor lauter Anspannung, ich stand während der gesamten Tour schon ganz schön unter Strom. Aber es hat sich gelohnt. Ich habe sogar ein Andenken an die Wildspitze, die Hälfte meines linken Fußrücken ist seitdem taub, keine Ahnung warum. Für mich war das Alpentraining eine gute Sache, jetzt weiß ich woran ich noch arbeiten muss. Ich denke wir haben viel gelernt und hatten Spaß dabei. Zufrieden war ich mit meiner Leistung nicht, was wahrscheinlich an der magelnden Vorbereitung lag. 3 Monate lang bin ich nur Fahrrad gefahren , zur Vorbereitung auf ein 24 Std. Mountainbikerennen, was 4 Tage vor dem Alpentraining stattfand. Ich hätte zwischendurch trotzdem immer wieder laufen müssen, gemerkt habe ich es am Knie. Das hat mir leider richtig Probleme bereitet auch nachher noch. Aber ich lerne ja und jetzt heißt es voll Kraft voraus! Laufen, Wandern und Konditionstraining stehen gerade an erster Stelle! Unten findet ihr ein kleines Video zum Alpentraining, wem es gefällt, darf es gerne teilen!

Weitere Videos zu den Vorbereitungen folgen!